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Multi-Site/Multi-Brand/Multi-Channel-Rollout - Eine Perspektive der Effektuierung mit SAP Commerce

Sep 28, 2021

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Ana-Mirona Papszun Technical Lead

Intro

Sie haben soeben die funktionalen Anforderungen des Kunden erhalten: 

Aufbau einer internationalen Plattform mit mehreren Websites für mehrere Länder, wobei eine maximale Kombination von Geschäftsfunktionen, Systemeinstellungen und externen Systemintegrationen pro Land erwartet wird. Die SAP Commerce-Lizenz ist bereits erworben. Wie geht es nun weiter? Die Entscheidung beginnt mit einem guten Verständnis der Geschäftslogik für länderspezifische Daten:


  • Sind die Geschäftslogik und die Projektdaten (wie Produkt-, Lager- oder Preisdaten) für alle Länder gleich und liegt der Schwerpunkt auf der Lokalisierung der Inhalte?
  • Ist die Geschäftslogik je nach Land unterschiedlich?
  • Ist mehr als eine Marke oder ein Kanal beteiligt?
  • Wie wird die UX/UI für verschiedene Storefronts pro Land/Marke/Kanal gehandhabt?


    Denken Sie an die 3 wichtigsten Cs - Content, Customer, Country - einer E-Commerce-Internationalisierungsplattform und wie sie Ihre Lösung beeinflussen können:





    Content: Inhalte sind der Schlüssel zu einem internationalisierten Multi-Site-Kontext. Die Erstellung des richtigen Inhalts kann durch ein geeignetes CMS (Content Management System) erreicht werden. Die Wahl eines geeigneten CMS ist der Schlüssel zur Erstellung guter Inhalte, um den Redakteuren ein starkes Werkzeug zu bieten, das letztendlich zu niedrigeren Kosten im Vergleich zu den Werkzeugen anderer Marktteilnehmer führt. Sie müssen herausfinden, wie die Kundensegmentierung aussieht, ihr Verhalten und ihr Engagement verstehen, angefangen bei ihrer Kultur bis hin zu Kundenservice und Kommunikation. Für verschiedene Länder gibt es unterschiedliche Kanäle und Währungen. Gute Kenntnisse der KPIs helfen dabei, die Konversionsraten in einen Kontext zu stellen.

    Herausforderungen

    Wenn es um komplexe Anforderungen geht, ist es am besten, einen gut definierten Plan zu haben. In den nächsten Abschnitten werden wir uns 3 verschiedene Ansätze ansehen, die SAP Commerce zur Lösung unserer Anforderungen anbietet. Zuvor schlage ich vor, dass wir uns einen Überblick über die Herausforderungen verschaffen, mit denen wir konfrontiert werden könnten:


      Allgemeine Ansätze

      SAP Commerce bietet drei allgemeine Ansätze für die Einrichtung mehrerer Länder: Multi-Site, Multi-Tenant und Multi-Instance. In den folgenden Abschnitten finden Sie einen detaillierten Überblick über jeden dieser Ansätze sowie über die Vor- und Nachteile.


      Multi-Site-Einrichtung

      Bei dieser Konfiguration kann eine einzige SAP Commerce-Instanz die Websites für 2 oder mehr Länder oder eine Kombination aus Marke, Land und Kanal bereitstellen. Dieselbe SAP-Commerce-Instanz würde über:

      • Mehrere Produktkataloge (abgeleitet von einem gemeinsamen/Masterkatalog)
      • Mehrere Standorte (jeder mit seinem eigenen Katalog)
      • Mehrere Warenhäuser und Filialen
      • Dieselbe Codebasis und derselbe Satz von Erweiterungen, was zu folgendem führt:
      • gleiche Integrationen
      • gleiche funktionale Abläufe
      • Integrationen und Abläufe, die pro Land/Kanal/Marke durch sogenannte Feature-Toggles aktiviert werden.




      Vorteile: 

      • Ländervertreter haben die Flexibilität, ihre Kataloge unabhängig zu verwalten.
      • Geringe Entwicklungskosten und schnelle Markteinführung für ein neues Schaufenster.
      • Einfach zu pflegender Code.


      Nachteile: 

      • Erfordert einen gemeinsamen Entwicklungspartner, um das Fachwissen zu verbreiten.
      • Mögliche Überlastung durch Erweiterungen, um begrenzte Rückfalltests zu sichern.


      Multi-Tenant-Setup

      In diesem Setup kann eine einzige mandantenfähige SAP Commerce-Instanz die Websites für 2 oder mehr Länder oder Marken-Länder-Kanal-Kombinationen bereitstellen, indem sichergestellt wird, dass jede Website ihren eigenen Mandanten hat. Die gleiche SAP-Commerce-Instanz hätte:

      • Mehrere Mandanten, jeder mit seinem eigenen: Katalog, Standort, Satz von aktivierten Erweiterungen
      • Isolierung von Daten zwischen Mandanten
      • Möglichkeit der Verwendung separater Datenbanken
      • Möglichkeit der Einstellung individueller Zeitzonen und Gebietsschemaeinstellungen
      • Gleiche Codebasis, mit der Option, für jeden Mandanten eigene Erweiterungen zu haben.



      Vorteile:

      • Geringe Entwicklungskosten und schnelle Markteinführung für ein neues Ladenlokal.
      • Wiederverwendbarer Code/Erweiterungen.


      Nachteile:

      • Ausfälle oder die Einführung neuer Funktionen/Mandanten betreffen alle Regionen.
      • Es ist nicht möglich, verschiedene Versionen von SAP Commerce pro Mandant zu verwenden.
      • Grenzen der Skalierbarkeit.
      • Zusätzliche Konfiguration zur Vermeidung von Ressourcenkonflikten (Definitionen, Lokalisierungen) für die Backoffice-Plattform.


      Multi-Instance setup.

      In diesem Fall gibt es verschiedene SAP Commerce-Instanzen mit unterschiedlichen Codebasen, die jeweils auf ein bestimmtes Land oder eine Kombination aus Marke, Land und Kanal ausgerichtet sind. Die verschiedenen SAP Commerce-Instanzen können laufen:

      • Dieselbe Codebasis (mit unterschiedlichen Konfigurationen)
      • Verschiedene Codebasen mit potenziell wiederverwendbaren gemeinsamen Erweiterungen (falls erforderlich)
      • Unterschiedlicher Lebenszyklus der Anwendung


      Vorteile: 

      • Flexibilität und Schnelligkeit: Sie müssen keine gemeinsame Codebasis, Prozessvariationen und Rückschritte verwalten.
      • Unabhängige Leistungsoptimierung.
      • Zentralisiertes gemeinsames Entwicklungsteam und Codebasis/Wiederverwendbare Erweiterungen vorausgesetzt.


      Nachteile:
      • Erfordert einen gemeinsamen Entwicklungspartner.
      • Falls nicht: Potenziell hohe Entwicklungskosten und schnelle Markteinführung für ein neues Schaufenster und begrenzte Wiederverwendungsmöglichkeiten: erfordert eine sehr starke Governance
      • Wiederkehrende Kosten, Wartung/Support


      Ein Succes Story

      "Sie haben mehr als 400 Websites in einer einzigen SAP Commerce-Instanz laufen und einen automatisierten Rollout-Prozess?"


      Diese Frage bekomme ich sehr oft als Antwort auf: "Worum geht es in deinem Projekt?". Und ich bin immer mehr als glücklich, einen Überblick zu geben. Aus funktionaler Sicht sind die Websites logisch in Bereiche wie Marketingkampagne, Verkaufsstelle und Kundenkonto unterteilt. Die Trennung erfolgt jedoch nicht auf eine harte Art und Weise - das heißt, eine Seite enthält ausschließlich Elemente aus einem Bereich. Stattdessen kann jede Seite aus mehreren Komponenten bestehen, wobei jede Komponente zu einem anderen Bereich gehört. Aus der Produkt-/Katalogperspektive wurden bei der Gestaltung der Architektur die folgenden wichtigen Fakten berücksichtigt:


      • Im System gibt es einen Masterkatalog (mit einer Katalogversion), der alle Produkte enthält.
      • Für jede Website gibt es mehrere Produktkataloge, die die Kategoriebäume und die Produktzuordnung zur Kategorie enthalten.
      • Es gibt einen globalen Inhaltskatalog, von dem aus der gemeinsame Inhalt auf die länderspezifischen Kataloge verteilt wird.
      • Jede Website hat ihren eigenen Content-Katalog, den die Länderredakteure entsprechend anpassen können.
      • Aufgrund vieler AJAX-Aufrufe und CMS-Komponenten mit Inhalten aus verschiedenen Bereichen ist es möglich, dass bei parallelen Anfragen ein anderer Produktkatalog aktiviert werden muss. Zum Beispiel wird auf derselben Seite ein Banner mit Produkten aus dem Shop-Bereich angezeigt, während die Fußzeile Kategorie-Links enthält, die auf den Kundenservice-Bereich verweisen. Diese Herausforderung wurde durch die Implementierung eines benutzerdefinierten Kontexts gelöst. Ein solcher benutzerdefinierter Kontext enthält alle Informationen, die von der Website benötigt werden, um die Komponenten anzuzeigen, die zu derselben Seite gehören, aber für völlig unterschiedliche Bereiche: Benutzergruppe, Geschäft, Marke, Land, Währung, Sprache usw. (je nach den konkreten Anforderungen des Projekts).
      • Die Herausforderung der unterschiedlichen Funktionalität pro Land/Marke wurde durch die Verwendung von so genannten Feature-Toggles gemeistert - nur wenn diese aktiviert sind, wird die Implementierung des Features ausgelöst.


      Bei der Betrachtung der drei allgemeinen Ansätze von SAP Commerce ist Ihnen vielleicht aufgefallen, dass die hier gewählte Lösung das Multi-Site-Setup ist. Aufgrund der komplexen Anforderungen war dies die beste Lösung.

      Fazit

      SAP Commerce bietet drei allgemeine Ansätze für die Implementierung einer internationalen Plattform mit mehreren Websites für mehrere Länder. Die Wahl der am besten geeigneten Lösung ist immer eine Herausforderung, aber ein gut definierter Plan und ein detaillierter Überblick über die Ansätze helfen Ihnen bei der Auswahl des richtigen Ansatzes.